Verantwortung zu übernehmen ist leicht, wenn wir uns feiern (lassen) für unsere Erfolge. Das bringt uns aber nicht weiter. Was uns wirklich stärkt, ist Verantwortung für Fehler, Scheitern, Verfehlung und Misserfolg zu übernehmen.

Kennst du so Sätze wie

  • “das Wetter war schlecht”,
  • “mein Chef hat mich demotiviert”,
  • “heute war es bei der Familie zu stressig” oder
  • “ich bin halt so”?

Warum Ausreden so schädlich sind

Im Kern verbirgt sich dahinter immer eine Ausrede, warum wir irgendetwas nicht gemacht haben. Beispiele?

Sport ging heute nicht, weil es geregnet hat.

Das Projekt konnte ich nicht abschließen, weil der Chef gemein war.

Durch den ganzen Stress mit der Tante blieb die Hausarbeit liegen.

Und verändern werde ich mich nicht, weil ich bin halt so.

Warum neigen wir dazu, solche Sätze tagtäglich zu sagen? Die Antwort kennst du sicher schon: weil es bequem ist. Wir geben mit jedem dieser Sätze die Verantwortung ab. An das Wetter, den Chef, die Tante oder einen ominösen Umstand, dass man sich nicht verändern könne.

Bequem ist nicht gleich gut

Jeder von uns hat im Leben gelernt, dass der bequeme Weg zwar kurzfristig schön und einfach ist, langfristig aber meistens deutlich schlechter abschneidet als der ehrliche und harte Weg.

Was ist nämlich das Problem daran, wenn wir die Verantwortung in diesem Maße abgeben? Wir verlieren die Kontrolle. Wir lassen zu, dass irgendetwas oder irgendjemand über uns bestimmt und so viel Macht hat, dass wir unser Ding nicht durchziehen konnten.

Die Entscheidung liegt bei dir!: Wege aus der alltäglichen Unzufriedenheit
  • Reinhard K. Sprenger
  • Herausgeber: Campus Verlag
  • Auflage Nr. 15 (07.01.2016)

Das ist so ziemlich das Schlimmste, was passieren kann, wenn wir versuchen, unsere Ziele zu erreichen.

Wie du Verantwortung übernimmst: Tu es trotzdem!

Deswegen sollten wir anfangen, Verantwortung zu übernehmen für uns selbst. Für unsere Ziele. Für unser Leben.

Wie das geht? Ganz einfach. Bestenfalls finden wir trotz der Widrigkeiten eine Lösung. Hier kann auch eine “Jetzt erst recht”-Mentalität nicht schaden.

Ich habe heute im Regen Sport gemacht, weil ich nicht aus Zucker bin.

Mein Chef hält mich mit seiner Laune nicht davon ab, gute Arbeit zu leisten und das Projekt abzuschließen.

Ich lasse mir von meiner Tante nicht meinen Tag diktieren und habe trotzdem alle meine Aufgaben ausgeführt.

Ich habe zwar Defizite in diesem Bereich, nehme diese aber an und arbeite daran!

Verantwortung für Fehler und Misserfolge übernehmen

Wenn wir aber keine Lösung gefunden oder einen Fehler gemacht haben, sollten wir ebenfalls Verantwortung übernehmen. Denn nur so können wir in Zukunft daraus lernen und es besser machen!

Ich habe heute im Regen keinen Sport gemacht, weil ich zu bequem war. Ich hätte auch trotz Regen rausgehen können oder alternativ ein Indoor-Training absolvieren können. Daran muss ich morgen arbeiten.

Mein Chef hat mich heute vom Abschluss meines Projekts abgehalten, weil ich mich habe abhalten lassen. Das hätte nicht passieren dürfen. Morgen mache ich es besser und schließe das Projekt schnellstmöglich ab.

Ich habe heute die Hausarbeit nicht vernachlässigt, weil ich mich mit meiner Tante gestritten habe, sondern weil ich mich von dem Streit zu sehr habe vereinnahmen lassen. Die versäumten Aufgaben hole ich noch fix nach, um mich besser zu fühlen.

Ich habe mich auf dem Glauben ausgeruht, mich nicht verändern zu können. Dabei war das nur ein bequemer Ausweg, um mich nicht mit dem Problem zu beschäftigen. Ich mache mir jetzt einen Plan, wie ich das Problem angehen kann!

Merkst du, wie sich die Perspektive verändert, wenn du die Probleme benennst, Verantwortung übernimmst und sie angehst? Probier es aus, du wirst sehen, dass es kaum ein besseres Gefühl gibt.

Hol dir die Macht über dein Leben zurück!

Bevor du dich weiterentwickeln kannst, musst du zunächst die Macht über dein Leben zurückerobern. Dann kannst du alle Dinge angehen und schlussendlich auch schaffen!

Es klappt nicht von heute auf morgen, diese Denkweise in dein Leben zu integrieren. Aber du wirst sehen, dass du schon bald all diese kleinen versteckten Ausreden erkennen wirst, die du selbst und dein Umfeld täglich für ihre Verfehlungen nutzen.

Weiterlesen: 3-Wochen-Selbstversuch: Ohne Zucker mehr Energie? und “Don’t break the Chain”: So erreichst du deine Ziele!


Hinweis: Alle Inhalte hier stellen keine Empfehlung und/oder Anlageberatung dar. Sie dienen zur Information und Unterhaltung und zeigen meine eigene Meinung. Ich übernehme keine Verantwortung für entstehende Risiken oder Verluste. Verzichte niemals auf deine eigene gründliche Recherche!